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Katerina Belkina: Die weibliche Sicht der Dinge
Herbert Päge, 2019
Magazin

Verlag: rough concept Agentur und Verlag GmbH

Dimensions: 210 x 297 mm

€6.50
Die russische Fotografin und bildende Künstlerin Katerina Belkina gehört zu den Shootingstars der internationalen Kunst szene. Die vielfach ausgezeichnete Künstlerin malt mit ihrer Kamera, bearbeitet die Aufnahmen digital und gestaltet so Werke, die haung erst auf den zweiten Blick als Fotograhen zu erkennen sind.
 
In ihrer Arbeit sucht Belkina vor allem nach den verborgenen Schichten der Menschen. Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Welt mit ihrer Normung, ihren Klischees und ihrem Materialismus ist die Künstlerin bestrebt, das Spirituelle, Geistliche, manchmal gar Religiöse des Individuums herauszuarbeiten und in unterschiedlichen Situationen darzustellen. Ideen für ihre Bilder findet sie sowohl in alten Schriften oder Gemälden als auch in den kulturphilosophischen Traditionen, die ihr Leben begleitet haben. In vielen Gemälden inszeniert sich Belkina selbst. Diese Aufnahmen sind aber nicht als klassische Selbstportraits zu verstehen, sondern sollen ihre Identifikation mit dem Menschen, seinem Dasein als „erhabenem Lebewesen" und seiner individuellen Suche, seinen persönlichen Wünschen und Versuchungen ausdrücken. In diesem Sinne spielt sie eine Doppelrolle als Künstlerin und als Modell, um ihr Engagement für ihre künstlerischen Ziele zu unterstreichen und gleichzeitig ihre Individualität stärker zu definieren.
 
Bilder im historischen Kontext
Die Themen ihrer kreativen Arbeit entspringen nicht reiner Fantasie und sind auch nicht das Ergebnis des aktiven Nachdenkens, sondern stammen aus dem Alltag und den Beobachtungen der Menschen in der Umgebung. Belkina: „Ich wähle ein Motiv meiner Beobachtungen und biete dem Publikum eine weibliche Sicht auf die Dinge, die mich betreffen." Bringt sie ihre Ideen in einen historischen Kontext oder bezieht sie sich direkt auf das Werk eines Malers, so versucht sie, sich dem Vorbild durch das Studium der Gemälde und literarischen Quellen so gut wie möglich anzunähern. 
 
Es hat mich immer fasziniert, die psychologischen Beziehungen der Menschen untereinander und zur ihrer Umwelt zu erforschen, um den menschlichen Gefühlen Gestalt zu geben und sie bei Bedarf in Stücke zu reißen, sei es Freude oder Verzagtheit, Gleichgültigkeit, Verzückung oder Eifersucht", sagt Belkina. Gefühle seien nicht greifbar, sondern abstrakt. Deshalb sei es so interessant, eine Form für ihre Darstellung zu suchen und zu finden.
 
Belkina: „Mein Gesicht und mein Körper sind die Hauptinstrumente, durch die ich die Bilder entstehen lasse, die ich möchte. Wenn ich als Modell vor der Kamera stehe, dann folge ich der jahrhundertealten Theaterpraxis, eine Rolle zu spielen. "Dieses Vorgehen gebe der Entwicklung ihrer eigenen Erzählweise Anstoß. Ein Teil ihrer Arbeit, das Fotoshooting, gleiche einer Theateraufführung, bei der sich der Drang, den Betrachter über Emotionen und Gefühle zu informieren, durch die Charaktere im Dialog mit dem Publikum manifestiere.
 
Nicht nur mit der Kamera
Belkina arbeitet nicht nur mit der Kamera, sondern greift auch auf andere visuelle Techniken der bildenden Kunst zurück. „Die Leidenschaft für klassische Kunst und das Interesse an allem Neuen - Technologie, Entdeckungen, Experimente - führten mich zu der Art der gemischten Medien, mit denen ich arbeite", erklärt sie. „Beim Malen und digitalen Nachbearbeiten meiner Fotos nehme ich Farben und schaffe Luft als Raumelement. Realität und Charakter nehme ich von der Fotografie. Mein Stil entstammt einer langen künstlerischen Tradition, der Collage. So kommen meine Charaktere und Räume zusammen." Im nächsten Schritt wähle sie den Pinsel eines Grafikprogramms, ein subtiles und präzises Werkzeug, mit dem sich eine leichte, schwerelose Atmosphäre schaffen lasse, die der eines Traums ähnelt. Belkina befreit ihre Tableaus von Details, um die Essenz des Individuums herauszufiltern. Ihre Kunst ist ihr persönliches Theater, mit der sie die Isolation des in einer materialisierten Welt verlorenen Menschen messerscharf aufzeigt.

Gute Argumente für EIZO
"Für die Bildbearbeitung und die Erstellung der aufwändigen Bildcollagen sind Monitore von EIZO für mich seit vielen Jahren die erste Wahl", stellt Belkina fest. Derzeit arbeitet sie mit einem EIZO CG319X, der über ein Apple Mac Pro angesteuert wird. „Ein All-in-One-Gerät wie die Apple iMacs mit ihren Hochglanzdisplays kam für mich nie infrage. Solche Geräte sorgen für eine überspitzte Farbdarstellung und würden dadurch meine Kunstwerke später bei der Ausgabe im Pigmentdruckverfahren auf matten Papieren verfälschen", sagt Belkina. Sie bevorzuge seit jeher die matte entspiegelte Oberfläche der EIZO-Panels. Belkina: „Mit den neuen Modellen sind zudem noch einige gute Argumente hinzugekommen. So vereinfacht die überwältigende Bildschirmdiagonale von 31 Zoll das Arbeiten mit vielen Paletten in Adobe Photoshop." Der integrierte Sensor für die Kalibrierung sei überaus praktisch, da sie mit externen Printdienstleistern arbeite und die Wege für wiederholende Testdrucke sehr zeitaufwändig werden können.
 
Steile Karriere
Größere internationale Aufmerksamkeit wurde Belkina nach einem Portrait in der italienischen Zeitschrift „Il Fotografo" zuteil. Dort wurde sie in der Reihe „Große Fotografen" vorgestellt. Seitdem ging ihre Karriere steil nach oben. Etliche Solo- und Gruppenausstellungen ihrer erhabenen und mystischen Arbeiten und Nominierungen für oder der Gewinn bedeutender internationaler Kunstpreise sorgten dafür, dass sie innerhalb kurzer Zeit im Ranking der weltweit größten Kunstdatenbank Artfacts von Platz 25.550 (2014) auf aktuell 4.501 aufstieg. Belkinas künstlerische Leistungen wurden vielfach ausgezeichnet. Herausragend: der Kandinsky-Preis (2007, Nominierung Projekt des Jahres), der Lucas-Cranach-Preis (2015) und das Hasselblad Masters (2016).

Ein neues Erfolgskapitel wurde vor einigen Wochen aufgeschlagen: Bei einer Versteigerung Mitte November bei Sotheby's erzielte eines ihrer Werke (,For Lempicka") erstmals einen Verkaufspreis von 43.000 Euro.
 
Aktuell (bis 25.1.2019) sind einige ihrer Arbeiten in einer Einzelausstellung der GalerieKanzlei im Kunstareal München zu sehen. Diese wird von Kunstanwalt Dr. Hannes Hartung in seinen Büroräumen betrieben. Hartung rückte vor einigen Jahren im Rahmen des „Schwabinger Kunstfunds" als Vertreter der Gurlitt-Seite ins internationale Rampenlicht. Darüber hinaus wird Belkina 2019 an der „Personal Structures" teilnehmen, einer Parallelveranstaltung im Kontext der Venedig Biennale (Mai - November), die im Palazzo Bembo, im Palazzo Mora und im Giardini Marinaressa stattfindet.
 
 
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